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  • Lünendonk®-Liste 2022: Führende Anbieter verzeichnen nahezu das Umsatzniveau aus 2019

    Der Markt für Zeitarbeit in Deutschland wächst 2021 trotz anhaltender Pandemie und Lieferkettenprobleme deutlich. Alle 25 führenden Dienstleister steigerten 2021 die Umsätze gegenüber dem Vorjahr. Das erste Mal seit der Finanz- und Wirtschaftskrise verzeichnen damit alle 25 führenden Unternehmen ein Wachstum. Zuletzt gelang dies im Geschäftsjahr 2011. Die Umsätze stiegen 2021 durchschnittlich um 20,9 Prozent gegenüber 2020. Im Vorjahr war die Entwicklung im Durchschnitt um 16,4 Prozent rückläufig. Rund die Hälfte der Listenunternehmen haben wieder das Umsatzniveau des Jahres 2019 – und damit vor der Corona-bedingten Krise – erreicht oder übertroffen. Die kumulierten Umsätze der Top 25 liegen im Jahr 2021 mit rund 9.326 Millionen Euro nur noch rund 2 Prozentpunkte unterhalb des Vorkrisenniveaus von 2019 (9.554 Mio. €). Aufgrund des hohen Kurzarbeiteranteils im Jahr 2020 steigt die Anzahl der intern und extern Beschäftigten nicht so deutlich wie der Umsatz. Die Zusammensetzung der führenden 25 Unternehmen bleibt konstant, jedoch herrscht bei der Platzierung eine hohe Dynamik. Die Top 5 komplettiert erstmals House of HR Germany, die unter anderem aufgrund einer Übernahme auf 483,8 Millionen Euro wächst (+21,8 %). Im Vorjahr erreichte die Muttergesellschaft von Timepartner und Zaquensis Rang sechs im Ranking. Auch auf den nachfolgenden Plätzen zeigen sich Veränderungen: Dekra Arbeit verbessert sich mit einem Plus von 47,8 Prozent oder nun 378,0 Millionen Euro Umsatz um drei Listenränge von neun auf sechs. Kein Unternehmen der Top 25 wuchs 2021 stärker als Dekra Arbeit. 2020 musste Dekra mit einem Minus von 37,3 Prozent den zweitstärksten Umsatzrückgang hinnehmen. I.K. Hofmann aus Nürnberg belegt nun Rang sieben im Ranking (2021: 5) und liegt vor der erstmalig in den Top 10 platzierten Tempton (8). → Link auf die Lünendonk-Liste und Pressemitteilung

  • Neue Mindestlöhne in der Pflegebranche

    Die 5. Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen für die Pflegebranche wurde am 26. April 2022 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Verordnung tritt am 1. Mai 2022 in Kraft und gilt bis zum 31. Januar 2024. Die Mindestlöhne sind weiterhin in drei Kategorien aufgeteilt: Pflegehilfskräfte 01.05.2022   [unverändert] 12,55 €  01.09.2022  13,70 € 01.05.2023  13,90 € 01.12.2023  14,15 € Pflegekräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung und einer entsprechenden Tätigkeit 01.05.2022   [unverändert] 13,20 € 01.09.2022  14,60 € 01.05.2023  14,90 € 01.12.2023  15,25 € Pflegefachkräfte 01.05.2022   [unverändert] 15,40 € 01.09.2022  17,10 € 01.05.2023  17,65 € 01.12.2023  18,25 € Des Weiteren erhöht sich der Urlaubsanspruch im Kalenderjahr 2022 durch 7 Tage Mehrurlaub auf 27 Arbeitstage und in den Kalenderjahren 2023 und 2024 durch 9 Tage Mehrurlaub auf 29 Arbeitstage. Unsere Tabelle „Mindestentgelte sowie Mindestarbeitsbedingungen nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) und Arbeitnehmerentsendegesetz (AEntG)“ haben wir entsprechend aktualisiert. → Link auf Tabelle „Mindestentgelte sowie Mindestarbeitsbedingungen“ → Link auf Fünfte Verordnung für die Pflegebranche

  • EuGH hat zur Überlassungshöchstdauer nach deutschem AÜG geurteilt

    Hintergrund: Es geht um das Vorabentscheidungsersuchen des Landesarbeitsgerichts BerlinBrandenburg vom 13.05.2020 zur Auslegung der Richtlinie 2008/104/EG über „Leiharbeit“. Der klagende Zeitarbeitnehmer war vom 01.09.2014 bis 31.05.2019 ausschließlich an Daimler AG als entleihendes Unternehmen überlassen worden. Er arbeitete in der Motorenfertigung im Mercedes-Benz Werk Berlin. Unterbrochen war diese Zeit nur für 2 Monate (vom 21.04.2016 bis 20.06.2016), während derer er wegen Elternzeit (Elternurlaub) von der Arbeit freigestellt war. Der Zeitarbeitnehmer will festgestellt wissen, dass ein Arbeitsverhältnis mit Daimler AG besteht, weil der o.a. Überlassungszeitraum nicht mehr als „vorübergehend“ eingestuft werden könne. Die Zweite Kammer des Europäischen Gerichtshofs entschied wie folgt (Wiedergabe der fünf amtlichen Leitsätze): Art. 1 Abs. 1 der Richtlinie 2008/104/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. November 2008 über Leiharbeit ist dahin auszulegen, dass der in dieser Bestimmung verwendete Begriff „vorübergehend“ der Überlassung eines Arbeitnehmers, der einen Arbeitsvertrag oder ein Arbeitsverhältnis mit einem Leiharbeitsunternehmen hat, an ein entleihendes Unternehmen, die zur Beschäftigung auf einem Arbeitsplatz erfolgt, der dauerhaft vorhanden ist und der nicht vertretungsweise besetzt wird, nicht entgegensteht. Art. 1 Abs. 1 und Art. 5 Abs. 5 der Richtlinie 2008/104 sind dahin auszulegen, dass es einen missbräuchlichen Einsatz aufeinanderfolgender Überlassungen eines Leiharbeitnehmers darstellt, wenn diese Überlassungen auf demselben Arbeitsplatz bei einem entleihenden Unternehmen für eine Dauer von 55 Monaten verlängert werden, falls die aufeinanderfolgenden Überlassungen desselben Leiharbeitnehmers bei demselben entleihenden Unternehmen zu einer Beschäftigungsdauer bei diesem Unternehmen führen, die länger ist als das, was unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter Umstände, zu denen insbesondere die Branchenbesonderheiten zählen, und im Kontext des nationalen Regelungsrahmens vernünftigerweise als „vorübergehend“ betrachtet werden kann, ohne dass eine objektive Erklärung dafür gegeben wird, dass das betreffende entleihende Unternehmen auf eine Reihe aufeinanderfolgender Leiharbeitsverträge zurückgreift. Diese Feststellungen zu treffen, ist Sache des vorlegenden Gerichts. Die Richtlinie 2008/104 ist dahin auszulegen, dass sie einer nationalen Regelung entgegensteht, die eine Höchstdauer der Überlassung desselben Leiharbeitnehmers an dasselbe entleihende Unternehmen festlegt, wenn sie durch eine Übergangsvorschrift die Berücksichtigung von vor dem Inkrafttreten dieser Regelung liegenden Zeiträumen bei der Berechnung dieser Dauer ausschließt und dem nationalen Gericht die Möglichkeit nimmt, die tatsächliche Dauer der Überlassung eines Leiharbeitnehmers zu berücksichtigen, um festzustellen, ob diese Überlassung im Sinne der Richtlinie „vorübergehend“ war; dies festzustellen, ist Sache dieses Gerichts. Ein nationales Gericht, bei dem ein Rechtsstreit ausschließlich zwischen Privatpersonen anhängig ist, ist nicht allein aufgrund des Unionsrechts verpflichtet, eine solche unionsrechtswidrige Übergangsvorschrift unangewendet zu lassen. Art. 10 Abs. 1 der Richtlinie 2008/104 ist dahin auszulegen, dass in Ermangelung einer nationalen Rechtsvorschrift, die eine Sanktion für die Nichteinhaltung dieser Richtlinie durch Leiharbeitsunternehmen oder entleihende Unternehmen vorsieht, der Leiharbeitnehmer aus dem Unionsrecht kein subjektives Recht auf Begründung eines Arbeitsverhältnisses mit dem entleihenden Unternehmen ableiten kann. Die Richtlinie 2008/104 ist dahin auszulegen, dass sie einer nationalen Regelung nicht entgegensteht, die die Tarifvertragsparteien ermächtigt, auf der Ebene der Branche der entleihenden Unternehmen von der durch eine solche Regelung festgelegten Höchstdauer der Überlassung eines Leiharbeitnehmers abzuweichen. Das gesamte Urteil ist in unserem kennwortgeschützten Kundenbereich eingestellt. → Link

  • Kehrtwende der Ampel: Kurzarbeitergeld für Zeitarbeitnehmer soll verlängert werden!

    Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) angekündigt, dass die Zeitarbeitnehmer nunmehr über den 31. März hinaus Kurzarbeitergeld erhalten können sollen. → Link Zum anderen will die Regierung die Möglichkeit haben, Arbeitgebern auch über Ende März hinaus die Sozialversicherungsbeiträge für Kurzarbeiter vollständig oder teilweise zu erstatten. Eine entsprechende Verordnungsermächtigung soll der Bundestag erteilen. Die entsprechenden Gesetzentwürfe sollen die Koalitionsfraktionen von SPD, FDP und Grünen in den Bundestag einbringen. „Der unermüdliche iGZ-Einsatz, insbesondere auch von unserem stellvertretenden Bundesvorsitzenden Sven Kramer, hat sich gelohnt“, reagierte iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz auf die Nachricht. → Link

  • Bundestag beschließt Sonderregelung zum Kurzarbeitergeld – Zeitarbeit ist außen vor!

    Der Bundestag hat am Freitag, 18. Februar 2022 in 2./3. Lesung beschlossen, die Sonderregeln für die Kurzarbeit bis zum 30. Juni zu verlängern. → Link In der Bundestags-Drucksache 20/734 werden der zuvor unter dem 16. Februar 2022 erfolgte Beratungsverlauf sowie die Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss für Arbeit und Soziales transparent dokumentiert. Der Änderungsantrag seitens der CDU/CSU-Fraktion den Zugang zu den Kurzarbeitergeldregelungen per Gesetzesänderung in § 11b Arbeitnehmerüberlassungsgesetz gleichermaßen für die Zeitarbeitsbranche zu verschaffen, fand in der Beschlussempfehlung des Bundestagsausschusses keine Berücksichtigung. Die Fraktion der CDU/CSU kritisiert, die Bundesregierung unterscheide nach Branchen. „Sie wolle nicht nur Gastronomie und Handel fördern, sondern alle, streiche aber gleichzeitig die Zeitarbeit aus den Sonderregelungen. Das unterstütze die Unionsfraktion nicht.“ Die Fraktion der SPD argumentiert: „Ferner werde die Leiharbeit künftig nicht mehr ins Kurzarbeitergeld einbezogen. Hintergrund sei, dass es aktuell noch um rund 5.000 Leiharbeiternehmer und Leiharbeiternehmerinnen gehe – bei rund 200.000 offenen Stellen allein in der Leiharbeit.“ Die Einschätzung der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lautet:„Anders als von der CDU/CSU-Fraktion vorgeschlagen, solle jedoch davon abgesehen werden, … der Leiharbeitsbranche weiterhin Zugang zu den Kurzarbeitergeldregelungen zu verschaffen. Es erscheine nicht sinnvoll, diese Strukturen zu verfestigen und Leiharbeitskräfte im Rahmen von Kurzarbeitergeldregelungen zu binden, während zeitgleich in größerem Umfang Fachkräfte händeringend gesucht würden.“ Die Fraktion der FDP äußert sich überhaupt nicht zur Ausgrenzung der Zeitarbeitsbranche. Das Statement der Fraktion DIE LINKE lautet:„Man stimme zudem der Kritik daran zu, dass die Leiharbeit jetzt von den Sonderregelungen ausgenommen werde. Leiharbeitnehmer würden dabei wie Arbeitnehmer zweiter Klasse behandelt. Die Kosten für diese Gruppe hielten sich angesichts des Gesamtvolumens sicher in Grenzen.“ → Link auf BT-Drs. 20/734